Postautos in Flammen: Linksextremer Anschlag vermutet


Drensteinfurt - Hinter dem Brandanschlag auf mehrere Autos der Deutschen Post in Drensteinfurt vermuten die Ermittler Linksextremisten. Am Sonntagmorgen waren auf einem Firmengelände zwölf Transportfahrzeuge der Post-Logistiktochter DHL in Flammen aufgegangen.

Der geschätzte Schaden: 500.000 Euro. „Acht Autos sind völlig vernichtet worden, vier wurden erheblich beschädigt“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer am Montag in Münster. Der Staatsschutz sowie das Landeskriminalamt in Düsseldorf hätten sich in die Ermittlungen eingeschaltet. Zum Motiv sagte Schweer: „Wir können eine politisch motivierte Tat von Linksextremisten nicht ausschließen.“ Hintergrund der Annahme seien wiederholte Anschläge auf DHL-Fahrzeuge etwa in Hamburg, Lüneburg und Berlin. „Dem Konzern wird vorgeworfen, den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr zu unterstützten“, sagte der Oberstaatsanwalt. DHL wickelt den Transport von Kriegsgerät nach Afghanistan für die Bundeswehr logistisch ab.

Ein Bekennerschreiben oder sonstige Hinweise auf die Täter seien bisher nicht gefunden worden. „Die Täter haben mehrere Brandsätze verwendet, die auf eine gewisse professionelle Urheberschaft schließen lassen“, sagte Schweer.


 

Quelle: Westfälischen Nachrichten vom 19.04.2010