Bei „112“ fliegen die Daten

Kreisbrandmeister Heinz Nordhoff, Wolfgang Kemper vom Kreisordnungsamt, Landrat Dr. Olaf Gericke, Bernhard Horst, Leiter der Kreisleitstelle, sowie Alexander Rauch von der Firma Swissphone (v. l.) gaben den offiziellen Startschuss für die Digitale Alarmierung im Kreis Warendorf.Foto: Hartmeyer

Kreis Warendorf - Das gute alte Funkgerät hat ausgedient: Ohne störende Nebengeräusche, sicher verschlüsselt und in Sekundenschnelle fliegen künftig die Daten durch den Kreis Warendorf, wenn jemand die Notrufnummer „112“ wählt. Möglich macht das die neue Digitale Alarmierung. Am Dienstagabend fiel der Startschuss für die innovative Technik, in die der Kreis mehr als eine halbe Million Euro investiert hat.

„Heute ist ein guter Tag für den Kreis Warendorf - insbesondere für alle in der Gefahrenabwehr tätigen Personen“, betonte Landrat Dr. Olaf Gericke bei der Vorstellung vor Vertretern der Kommunen, der Feuerwehren, des THW und anderer Hilfsorganisationen im Kreis.

Rund 30 000 Mal jährlich alarmiert die Kreisleitstelle den Rettungsdienst - rund 3000 Mal werden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr per Funkmeldeempfänger zu Einsätzen gerufen. „Bislang lautete die Regel: Wenn alarmiert wurde, war kein Sprechfunk möglich - und umgekehrt“, schilderte der Landrat. Mit der digitalen Technik verfügen die Rettungskräfte über ein eigenständiges, vom Sprechfunk unabhängiges Alarmierungsnetz. Zusätzlich ermöglicht es die neue Technik der Leitstelle, den Einsatzkräften direkt Textnachrichten mit wichtigen Zusatzinformationen auf die Empfänger zu übermitteln wie zum Beispiel Adressen.

Das spart wertvolle Zeit: „Wenn man bedenkt, dass fast alle Alarmierungen zeitkritisch sind, weil davon letztlich Leib und Leben abhängt, kann eine schnelle, sprechfunkunabhängige Alarmierung lebensnotwendig sein“, unterstrich Gericke.

Kreisbrandmeister Heinz Nordhoff stimmte ihm zu: „Jetzt verfügen wir über eine Ausrüstung, mit der wir unseren Auftrag optimal umsetzen können“, sagte er. „Ein Meilenstein! Damit stellt der Kreis wichtige Weichen bei der Gefahrenabwehr.“

Neben dem Kreis haben auch die Städte und Gemeinden tief in die Tasche gegriffen: Für die Meldeempfänger haben sie mehr als eine Million Euro aufgebracht. Gericke dankte allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, das Projekt zügig auf die Beine zu stellen.

„Man sieht“, sagte er, „wenn alle an einem Strang ziehen, kommt am Ende für die Bürger im Kreis Warendorf nur Gutes heraus. Wir sind für den Notfall sehr gut gerüstet!“

VON INES-B. HARTMEYER

Quelle: Westfälischen Nachrichten vom 10.11.2010