Anschlag: Bekennerschreiben aufgetaucht

 

Drensteinfurt - Ein Bekennerschreiben zu dem Brandanschlag auf die zwölf Postautos am Ladestrang ist in der Redaktion der Westfälischen Nachrichten aufgetaucht. „Friedfertige PhilatelistInnen und antimilitaristische AktivistInnen“ bekennen sich darin zu der Tat am Sonntagmorgen, bei der ein Sachschaden in Höhe von 500 000 Euro entstanden ist.

 

Ob der „offene Brief“, der an die Belegschaft der Deutschen Post/DHL und an Zeitungsredaktionen gerichtet ist, echt ist oder aus der Feder von Trittbrettfahrern stammt, ist noch nicht geklärt. „Die Gruppe ist uns unbekannt. Aber das ist nichts Ungewöhnliches“, sagte ein Mitarbeiter des Staatsschutzes. Das Schreiben nahmen seine Kollegen gestern genau unter die Lupe. Ergebnisse der Untersuchung sollen erst am Mittwoch veröffentlicht werden.

 

In dem Schreiben ist zu lesen, dass der Deutsche Post/DHL-Konzern seit über einem Jahr im Brennpunkt der antimilitaristischen Kampagne „comprehensive resistance“ stehe, die mit unkonventionellen Mitteln das Engagement des Konzerns als militaristischer Dienstleister kritisch kommentiere. „Das geschieht beispielsweise durch Plakate, durch das Umfärben von Postfassaden, Paketstationen und Briefkästen sowie auch durch feuertechnische Eingriffe in den Fuhrpark der DHL.“

Ziel der Kampagne sei es, die Verbindung zwischen zivilen Unternehmen und der Bundeswehr einer breiten Öffentlichkeit sichtbar zu machen und dem Gewinn aus dem Geschäft mit dem Krieg einen möglichst unkalkulierbaren Imageschaden gegenüberzustellen.

„Wie Sie an unserer Aktion, dem Abwracken des Fuhrparks der Deutschen Post/DHL vor dem Verteilzentrum am Ladestrang in Drensteinfurt, leicht erkennen können, sind wir nicht bereit, die Konzernführung aus der Verantwortung zu entlassen“, heißt es in dem Bekennerschreiben weiter.

Die Unterzeichner fordern dazu auf, weiter Druck auf den Post/DHL-Vorstand auszuüben, bis sämtliche Geschäftsbeziehungen zur Bundeswehr und zu anderen Armeen beendet worden seien.

 

Quelle: Westfälischen Nachrichten vom 20.04.2010