Mehr Sicherheit durch Rauchmelder

Mehr als 800 Menschen sterben in Deutschland jährlich bei Wohnungsbränden. Hinzu kommen weit über              10 000 Verletzte. Todesursache Nummer 1 ist dabei nicht das Feuer selbst. Die meisten Menschen sterben vielmehr an Rauchvergiftungen. Durch das bei einem Brand entstehende giftige und geruchlose Kohlenmonoxid werden die schlafenden Bewohner ohnmächtig, ohne vorher aufzuwachen. Die übrigen Giftstoffe unterstützen das Kohlenmonoxid in seiner todbringenden Wirkung. Oft führen die Brandgase innerhalb weniger Minuten zum Tod.

Brandrauch ist immer giftig !

Atemgift mit Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen  Atemgift mit Reiz- und Ätzwirkung auf die Atemwege Atemgifte mit erstickender Wirkung
Blausäure Kohlenmonoxid Ammoniak Kohlendioxid

Entsteht beim Verbrennen von Polyuretan, Schaumstoffen, Polster möbeln, Wolle, Seide, Daunen

Ist hochgiftig und entsteht beim Verschwelen fast aller organischer Produkte Entsteht beim Verschwelen von Kunststofffasern, Wolle, Seide, Nylon Entsteht bei einem offenen Brand

Es muss nicht gleich die große Feuersbrunst sein, die gefährlich wird. In den meisten Fällen sind es kleinere Schwelbrände: die vergessene Zigarettenkippe, eine Kerze, die vor dem Zu-Bett-Gehen nicht gelöscht wurde, der technische Defekt einer Lampe, eines Kühlschrankes oder des Fernsehers, der im Stand-Boy-Betrieb läuft. Über Flure und Treppenhäuser breitet sich der Rauch schnell im gesamten Haus aus. Brandrauch breitet sich bis zu 40mal schneller aus als die Flammen. Die Strecke, die ein Mensch im dichten Brandrauch zurücklegen kann, beträgt nur ca. 10 m! Meist reichen nur wenige Atemzüge aus, um schwere Gesundheitsschäden zu verursachen.
In den USA, Großbritannien und Skandinavien ist der Einbau von Rauchmeldern längst gang und gebe. Durch die frühzeitige Warnung gewinnt man lebenswichtige Minuten. Tausende von Menschen konnten durch diese Geräte gerettet werden.
Rauchmelder nehmen den Rauch wahr und schlagen lautstark Alarm. Die meisten Melder arbeiten nach den opto-elektronischen Prinzip: In einer Messkammer sind eine Lichtquelle und ein Lichtsensor untergebracht. Im normalen Betrieb fällt kein Licht auf den Lichtsensor. Dringt Rauch in die Messkammer, wird der Lichtstrahl von den Rauchpartikeln umgelenkt und fällt Streulicht auf den Sensor. Der Melder gibt dann ein lautes Alarmsignal ab. Für Seh- oder Gehörgeschädigte werden spezielle Rauchmelder angeboten, die sich über Vibrationen oder Blitzlicht bemerkbar machen.

Sie sollten pro Etage mindestens einen Rauchmelder installieren. Besonders geeignet sind Flure, Treppenhäuser oder Räume zwischen Wohn- und Schlafzimmer. Zusätzliche Rauchmelder im Wohn- oder Schlafzimmer verbessern den Schutz. Sinnlos sind opto-elektronische Rauchmelder in Küchen oder Badezimmern. Wasserdampf dringt in die Messkammer ein und kann zu Fehlalarmen führen. In diesen Räumen sind Thermomelder geeigneter. Sie sprechen bei Temperaturen zwischen 68 bis 72° C an.

Die Kosten für Haushalts-Rauchmelder liegen bei gut 20 bis 30 €. Sie sollten über das CE-Siegel verfügen und dem Eurostandard entsprechen. Der Aufwand für die Montage hält sich in Grenzen. Viele Geräte arbeiten mit einer Blockbatterie. Einfach unter die Decke schrauben, Batterie einsetzen und die Geräte sind betriebsbereit.

Aus: Schadenprisma - Zeitschrift für Schadenverhütung  und Schadenforschung der öffentlichen Versicherungen, Am Karlsbad 4-5, 10785 Berlin